Die angesprühte Kunst

Über ein offenes, oft unvorhersehbares Kunstprojekt der Klasse 5b/6b

Mit den Worten „Ich möchte den Schulalltag durchbrechen“ wandte sich Kurt Krüger im April 2012 an die Kinder- und Jugendkunstschule PALETTE, woraufhin in Zusammenarbeit mit Achim Sauter ein offenes, oft unvorhersehbares, bereicherndes, vielschichtiges und ungemein dynamisches Kunstprojekt entstanden ist, das bis in den November anhielt. Wir alle ließen uns auf diesen Prozess ein und fanden Gefallen an den immer wieder überraschenden Momenten.

Moment 1: Ideenfindung und Bestandsaufnahme
Zuerst haben wir uns die Fragen gestellt, was auf dem Schulhof alles sein könnte und was schon da ist, was uns gefällt und was nicht und was denn davon Kunst sein könnte. Im Anschluss entstanden erste Skizzen und Entwürfe. Zur weiteren Ideenfindung wurden Beispiele aus Kunst und Design vorgestellt.

Moment 2: Sammeln
Um für das Material, dessen nachhaltige Nutzung und den künstlerischen Prozess zu sensibilisieren, sollten die Schülerinnen und Schüler zu Hause oder auf der Straße Holzreste und Sperrmüll sammeln. Diese Fundstücke wurden im Klassenzimmer aufbewahrt und dienten als Ausgangsmaterial für unser Kunstprojekt.

Moment 3: Modelle
Nach den jeweiligen Skizzen und Entwürfen wurden Modelle aus Holz gebaut und diese in ein Modell des Schulgeländes integriert.

Moment 4: Das Freie

Um sich von der zu angewandten und handwerklichen Ausrichtung zu lösen und die Köpfe und Augen frei zu machen, fanden verschiedene gemeinsame Übungen statt. Dadurch sollten freiere und vom „Produkt“ losgelöste Formgebungen entstehen.

Moment 5: Das Angesprühte
Von Anfang an bestand der Wunsch zu sprühen. Also wurde dies zu einem bedeutenden Bestandteil der künstlerischen Gestaltung der Holzfundstücke. Bei strahlendem Sonnenschein und ein weiteres Mal bei herbstlich-trüben Temperaturen wurde das Holz mit freien Formen besprüht. Neben der deutlichen Veränderung des Äußeren wurde dadurch (hoffentlich) auch die Haltbarkeit etwas verlängert.

Moment 6: Bauen
Letztlich galt es noch zu überlegen, was denn nun aus den besprühten Holzfundstücken werden soll... Dazu haben wir uns noch mal die Skizzen zur Hilfe genommen. Nach anstrengendem sägen, bohren und schrauben entstanden eine Bankgruppe sowie mehrere freie Materialobjekte. (Offensichtlich schienen alle mit der gemeinsamen künstlerischen Arbeit zufrieden zu sein.)

Moment 7: Titel
Was nun noch fehlte, war ein Titel für das gemeinsame Kunstprojekt. Alle riefen sich noch mal den Prozess in Erinnerung und hielten ihre Vorschläge fest. Nach einer dann doch mehrstufigen Wahl stand der Titel fest:
„beautiful art at our beautiful school: Die angesprühte Kunst“

In allen Momenten des prozesshaften Kunstprojekts waren die Schülerinnen und Schüler unmittelbar beteiligt, könnten sämtliche Ideen und Arbeitsschritte mitbestimmen und so die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Realisierung miterleben. Während des „Tuns“ entstanden meist die besten Ideen.  So haben sie auch vielfältige künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten erfahren und angewendet. Obwohl das Ergebnis letztendlich nicht so wichtig schien, waren alle ungemein stolz auf die entstandenen Holzobjekte.