Raum-Expeditionen

Genauso vielfältig, spielerisch und experimentell wie die „Raumwelt“ der Kinder, sollte auch das gemeinsame Kunstprojekt werden. Vielfältig in Bezug auf die künstlerischen Techniken und Räume der direkten Umgebung der Schule. Spielerisch in unserem Vorgehen, diese Räume zu erkunden und zu konstruieren. Und experimentell in unserer Offenheit gegenüber dem Ergebnis.

So probieren wir alles mögliche aus und tasten uns an die räumlich Umgebung heran. Wir binden und gestalten Forschungsbücher mit Forschungsaufträgen. Wir sammeln Abdrücke von Oberflächenstrukturen. Wir begeben uns auf „Foto-Safari“ und legen eine „Stadt-Sammlung“ an. Wir zeichnen Ausschnitte von Gebäuden und malen fantasievolle Stadtansichten. Wir erkunden unsere Wege und Orte in Karten der Schulumgebung. Und wir überlegen uns gemeinsam, was denn an diesen Räumen anders sein könnte, wo wir eingreifen können, was wir an und in den Räumen konstruieren können. Es sollen „Anbauten“ und „Einbauten“ entwickelt werden. So haben wir eine ganze Sammlung von Fotos, Skizzen und Objekten, die wir auswählen und präsentieren können.

Die Raumforscher können so ihre bauliche und räumliche Umgebung mit anderen Augen sehen, auf Details achten und Vorstellungen dazu entwickeln – auch unabhängig davon, ob Begriffe wie „Architektur“, „Gesims“ oder „Spitzbogen“ sitzen.

Platz der Teilnahmslosigkeit, der Faulheit, der Anti-Haltung, des Informationsentzugs, der Negation, Gemütlichkeit und Ruhe

Eine Verlaufsskizze der Nicht-Partizipation

Beginn, drei Stimmen:

„These people are the actors. There is no possibility of escape. In fact the spectators have no choice. They are obliged violently to participate.“ (1)


„Oft denke ich, es wäre konsequenter, stumm dazusitzen und jede Aussage über die eigenen Wünsche und jeden Verbrauch zu verweigern. [...] Es kann nur noch darum gehen, sich dem Gewebe der Kommunikation und Zirkulation zu entziehen, um Möglichkeitsräume außerhalb ihrer Erfassungsmechanismen zu erschließen.“ (2)

„Können wir nicht im Klassenraum bleiben? Sie können uns doch auch einschließen!“ (3)

Phase 1, Motivation:

Eigentlich habe ich schon in der Schulzeit damit aufgehört, überall dabei zu sein. Oft weiß ich nicht, wie entschieden werden soll, woran teilgenommen wird. Oft frage ich mich auch, wer denn nun will, dass ich mitmache. Oder wer damit Gewinne erzielt. Und wer dadurch ausgeschlossen wird. Diese Haltung einzunehmen verschafft einem unter bestimmten Rahmenbedingungen ein schönes Potential für künstlerische und soziale Prozesse. Denn gerade dadurch: durch Positionierung, durch Ablehnung, auch durch Faulheit und Ruhe hat sich die Auseinandersetzung mit künstlerischen und kulturellen Fragestellungen weiterentwickelt. Mit populären Worten: Wie kann ich partizipative Projekte umsetzen, die nicht zwanghaft zu Partizipation auffordern, sondern eine selbstbestimmte Beteiligung für alle zulassen?

Phase 2, Intervention:

Bei der Ankunft zum Kongress in Dresden herrscht bereits rege Betriebsamkeit. Ich suche mir für die bestickte Decke, den Platz der Teilnahmslosigkeit, einen schönen Ort: im Foyer, zentral vor der gewaltigen Fensterfront, mit wunderbarem Ausblick auf den Großen Garten. Für eine teilnahmslose Teilnahme ein idealer Platz, denke ich. Der Versuch, einen kleinen Raum zu öffnen. Gleichzeitig wie ein unaufgeregtes und unscheinbares Denkmal.

Phase 3, Pause:

Der Kongress nimmt sehr viel Raum ein und steht oftmals im Zeichen der Profilierung. Das Gehabe interessiert mich nicht im Geringsten. Nach der ersten Kaffeepause liegt der Platz der Teilnahmslosigkeit etwas erbärmlich da: schmutzig, schief, voller Kaffeeflecken. Am nächsten Morgen wird er dann durch das Servicepersonal verlegt – er lag im Weg des Büffets. Einfach mal Pause machen.

Phase 4, Interaktion:

Ich partizipiere plakativ provokant an einigen der übrigen Square-Beiträgen. Der Versuch, Reaktionen zu bewirken. Weitere Reaktionen auf den Platz der Teilnahmslosigkeit verlaufen meist nach gewöhnlichen Verhaltensmustern einer Kunstbetrachtung: vorsichtig, introvertiert, reflexiv, affirmativ lobend, technikerfragend...

Ende mit Hund:

Wieder zu Hause angekommen wird der Platz der Teilnahmslosigkeit in meiner Abwesenheit vom Hund fast komplett zerfetzt. Er hat also doch noch zu einer impulsiven und widerständigen Teilhabe eingeladen.

(1) Carnevale, Graciela: „Project for the Experimental Art Series, Rosario, 1968“, in: Bishop, Claire (Hg.): Participation, London: Whitechapel Gallery 2006, S. 117.
(2) Dany, Hans-Christian: „Wir werden reich heute Nacht“, in: Starship Zwischenausgabe 1.11.11., Berlin 2011.

(3) Realschüler, 6. Klasse, 2013.

Mein Kosmos - unser Kosmos

In mehreren Projekten befassen sich KünstlerInnen und UmweltpädagogInnen mit der Örtlichkeit und der Situation der Blériot-Grundschule und dem direkt angrezenden Jugendhaus Kosmos im Univiertel Augsburg.
Das Kunstpojekt "Mein Kosmos - unser Kosmos" geht dabei auf den Kontext der Grundschule ein: es werden Verbindungen zwischen der Schule, dem umgebenden Stadtviertel und den Herkunftsländern der Kinder bzw. deren Verwandten geschaffen und vorhandene Strukturen überprüft. Es geht um Verortung im Viertel, um die sozialräumliche Umgebung und um die Frage nach den entsprechenden symbolischen oder tatsächlichen Grenzen.

SchülerInnen der dritten Klassen werden also auf Raumforschung geschickt. Sie werden zu Kosmonauten, Foto-Raumforschern, Raumsondenkonstrukteuren und Kosmosmalern.
Im ersten Teil erkunden sie spielerisch, mit verschiedenen Aufgaben und Stationen sowie ausgestattet mit Einwegkameras das Schulgebäude, den Schulhof und das Viertel. Sie suchen bekannte oder versteckte Orte, halten Verkehr, Natur und Konsumorte fest oder experimentieren mit verschiedenen Blickwinkeln.
Im zweiten Teil konstruieren sie aus Recyclingmaterialien Raumschifffe und Raumsonden zur Entdeckung und Erkundung fremder Welten und des gesamten Weltraums, in dem wir uns befinden.
In einem dritten Teil entsteht schließlich eine bunte und grenzenlose Weltkarte, die symbolisch über Lininen mit der Schule, dem Jugendhaus und dem Viertel verbunden ist. Auf der Karte zeigen Punkte und Verbindungslinien wiederum die Herkunftsländer der beteiligten SchülerInnen an.
Zum gemeinsamen Abschluss kreisen die Raumsonden über der kosmischen Weltkarte und die dazu platzierten Fotos ergänzen den Blick auf unsere Umgebungswelten.

Kunstklima - Klimakunst

Montag

Dienstag

Donnerstag

Freitag

- Clips zu Klimawandel
- Mindmapping - Vorstellungen
- Einführung zur Ausstellung
im SchwabenCenter
- Museumsbesuch
- Glaspalast,
Industriebauten, Textilviertel,...
- Gemeinsames
Betrachten der Fotos
- Auswahl von Fotos für Ausstellung
- Beschreibung der Fotos
- Objektbau/ Installation:
Kamine, Windrad
- Forschungstagebücher
und Anleitung:
Zeichnen, Kleben,
Sammeln, Schauen
- Bildbeispiele Kunst und Klimawandel
- Kunstspaziergang
- Freies Fotografieren
im öffentlichen Raum
- Ideensammlung für Installation
- Abstimmen und Auswählen
- Gemeinsamer Abschluss, Betrachtung, Reflexion,
Ausblick
- Zeichnen von
"Klima-Wandel-Maschinen":
Bleistift auf
Transparentpapier,
Reihung aller
Zeichnungen
  - Objektbau/ Installation:
Kamine, Windrad
 
- Einwegkameras bekleben, Gruppen einteilen
- Fotosuchkarten ziehen
- Tehmen: Wasserwege, Bodenschätze,
Unter den Wolken,
Unsere Energie,
Abgase und Schornsteine, Grüner als Grün
     
- Freies Fotografieren
im öffentlichen Raum
     

Ausstellung


Die Ausstellung "KunstKlima - KlimaKunst" der 
Klasse 6b der Mittelschule Augsburg-Herrenbach ist zeitgleich zur Klimawoche und zum Theaterprojekt "KlimaXXL" in einer leerstehenden Ladenfläche des SchwabenCenters Augsburg zu sehen.
In den ausgestellten Zeichnungen, Fotografien und Objekte machten sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken über Ursachen und Folgen des Klimawandels. Sie zeichneten Kunst-Klima-Wandel-Maschinen, die nachhaltig saubere Luft produzieren. Mit den Kameras machten sie sich zu unterschiedlichen Themen wir „Grüner als Grün“ oder „Abgase und Schornsteine“ auf fotografische Spurensuche durch das Herrenbach- und Textilviertel. Nach einem gemeinsamen Entscheidungsprozess konstruierten sie schließlich Schornsteine und ein Windrad aus verschiedenen Materialien. Mit der Auswahl der ausgestellten Arbeiten und dem Aufbau waren sie am gesamten Gestatlungsprozess beteiligt.

Mit Licht zeichnen

In 2012/2013 haben sich verschiedene künstlerische Fotoprojekte an Museen, Schulen oder Kunstschulen ereignet:

Einsichten, zur Ausstellung "Double Feature", lothringer13_halle, München

Fotografische Spurensuche durch das Textilviertel, Kunstschule PALETTE, Augsburg

Kunst draußen: Land Art und Fotografie, Kunstakademie La Cuna Del Arte, Rosenheim

Fotoprojekte im Rahmen von "Kunstklima-Klimakunst" und "Mein Kosmos-Unser Kosmos" an der Herrenbach-Mittelschule und Blériot-Grundschule Augsburg

EinSichten / KlickLichter, zur Ausstellung "eye eye", lothringer13_halle, München

Bunte Lichter und Muster, Botanischer Garten und Kunstschule PALETTE, Augsburg
 
Fotografie und Kunst, H2-Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
 
Fotografisch die Welt entdecken, Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
 
Mit Licht zeichnen, Kunstschule PALETTE, Augsburg
 
Die bunte Welt der Kunst, Grundschule Tussenhausen
 
Bodenschichten-Bodensichten, Workshop und Fotowettbewerb, Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Seidlvilla und Deutsches Museum, München
 
Tatorte im Sucher, Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Seidlvilla, München
 

Bul-DINGS-Pakete - zur Teilhabe am Dings

Das Bildungspaket ist ein politisches Instrument, welches versucht, Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien mehr kulturelle und soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Berechtigt sind Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Leistungen nach § 2 AsylbLG, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. In Deutschland sind dies derzeit rund 2,5 Millionen Mädchen und Jungen. Es verspricht mehr Chancengerechtigkeit durch das Recht auf Teilhabe an Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten sowie die Kostenübernahme bei   Lernförderungsangeboten, Schulbeförderung und Schulbedarf.

Das Bildungspaket ist an Kinder adressiert. Daher interessiert uns, was sich Kinder darunter vorstellen und was sie sich in ihr Bildungspaket wünschen. Aus diesen Hintergedanken entstand folgendes partizipative künstlerische Projekt mit Kindern.

Idee und Fragen

Die teilnehmenden Kinder schnüren ihr eigenes Bildungspaket - das Bul-DINGS-Paket! Und werden so zu Bul-DINGS-Bürgern! Sie entwerfen Bul-DINGS-Gutscheine und verteilen sie zum Mitmachen am DINGS an andere Kinder und Erwachsene. Sie gestalten eigene Bul-DINGS-Pakete, die in einer Ausstellung öffentlich präsentiert werden. 
Was könnte alles in Deinem Bul-DINGS-Paket sein? 
Wie wird man zum Bul-DINGS-Bürger?
Woran nimmst Du dann teil?
Was würdest Du tun, wenn Du Bul-DINGS-Minister wärst?


Kunstpädagogische Umsetzung

Das Projekt wurde 2011 im Rahmen des Kinder-Kultur-Sommer-Festivals sowie in der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Seidlvilla durchgeführt.
Während die Kunstwerkstatt „Bul-DINGS“ auf dem Kinder-Kultur-Sommer allen Besucherinnen und Besuchern offen stand und die Ausstellung der Bul-DINGS-Pakete sofort und vor Ort erfolgte, wurde für die zweitägige Projektwerkstatt in der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt in der Seidlvilla der Kontakt zu den vierten Klassen einer benachbarten Grundschule gesucht.

In einem Vorgespräch mit den beteiligten Lehrkräften wurden die Inhalte und Methoden des Projekts besprochen, sodass diese die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld mit dem thematischen Hintergrund vertraut machen konnten. Die künstlerische Projektwerkstatt war in der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt verortet. Je eine vierte Klasse war einen Vormittag dorthin eingeladen.

Eine gesprächsorientierte Einführung beschäftigte sich mit folgenden Fragen:

Was macht ein Minister für Bildung? Womit beschäftigt er sich?
Was würdest Du machen, wenn Du für einen Tag Bildungsminister sein könntest?
Wem würdest Du helfen?
Was wäre Dir wichtig?
Was müssen Kinder Deiner Meinung nach lernen?
Was müssen sie wissen undkönnen?
Wie könnst Du das in ein Bildungspaket schnüren, das man verschenken kann?

Die Antworten der Kinder wurden für alle ersichtlich notiert und gesammelt. Über manche Antworten wurde bereits in der ersten Runde ausgiebig diskutiert.
Die darauf folgenden Werkstätten und Techniken wurden kurz vorgestellt.
Im Anschluss wurde die Klasse in drei Werkstätten aufgeteilt, die den Kindern jeweils für 45 Minuten, im Wechsel, offen standen. Die Schülerinnen und Schüler verwirklichten dabei ihre Ideen in Collagetechniken, Objektbau und Fotografie (es sind auch weitere oder andere Werkstätten denkbar). Es entstanden kleine, „konzeptuelle“ Motive zu den zuvor gesammelten Ideen (BUL-Dings). Dabei konnten die Schüler dieselbe oder immer eine andere Idee in jeweils unterschiedlichen Techniken ausführen.

In einem zweiten Produktions- und Gestaltungsschritt wurden die entstandenen Objekte und Motive als Bul-DINGS-Pakete aufbereitet. Dafür wurden sie in unterschiedliche Behältnisse (Zip bags, Obsttüten, etc.) gepackt, sodass man sie von außen erkennen konnte. Zuletzt wurden die Bul-DINGS-Pakete beschriftet, beklebt, bestempelt oder mit Bul-DINGS-Gutscheinen und Bul-DINGS-Anträgen versehen.

Nach der praktischen Durchführung wurden die Schülerinnen und Schüler noch gebeten, eine Aussage zu ihren Bul-DINGS-Paketen zu machen. Was ist ein Bildungspaket? Was ist in Deinem Bul-DINGS-Paket und warum?

Alle Bul-DINGS-Pakete wurden, an Drähten aufgehängt und miteinander verbunden, im Aktionsraum zur Münchner Bücherschau zum Thema DINGE im Gasteig an einer zentralen Ausstellungswand präsentiert. Die Schulklassen besuchten die Ausstellung, fotografierten sich zwischen den Bul-DINGS-Paketen und dokumentierten den gemeinsamen Ausstellungsbesuch.

Den Kindern wurde in einer spielerischen und künstlerischen Auseinandersetzung Informationen zum Bildungspaket vermittelt. Sie wurden für politische und soziale Dimensionen kultureller Bildung sensibilisiert. Außerdem erhielten sie Zugang zu konzeptionellen Auseinandersetzungen zeitgenössischer Kunst, die sich mit sozialen und politischen Fragen beschäftigt.


Mein altes Mountainbike - unterwegs zur Tanke

Mit dem Fahhrrad über vier Tage hinweg auf künstlerischer Spurensuche, immerzu sensibilisiert im Hinblick auf mögliche Fundstücke und Situationen, die zwischen apokalyptischer Vision und alltäglicher Einfachheit liegen.

Etappe 1: Augsburg - Donauwörth
Fahren im Regen und im Wind, erstes Gespür und schon einige Polaroids und Fundstücke entlang von Autobahn, Bach und Feld.

Etappe 2: Donauwörth - Brombachsee
Sonnenschein, andere Radfahrer, idyllische Landschaften und übernachten am kalten Seeufer.

Etappe 3: Brombachsee - Rothsee
Kräfte schwinden und kaum noch Autos scheinen da zu sein...

Etappe 4: Rothsee - Nürnberg
Endlich da mit großer Vorfreude - die Augen jucken immens im Feintstaubwirbel.

MEIN ALTES MOUNTAINBIKE
Künstlerische Spurensuche im Rahmen von
"MEIN.DEIN.UNSER - Heiligtum. (Das Auto und - nicht mehr.)"
ehemalige Quelletankstelle, Fürther Straße, Nürnberg.

www.karin-bergdolt.de
www.hot-spots.net


Die angesprühte Kunst

Über ein offenes, oft unvorhersehbares Kunstprojekt der Klasse 5b/6b

Mit den Worten „Ich möchte den Schulalltag durchbrechen“ wandte sich Kurt Krüger im April 2012 an die Kinder- und Jugendkunstschule PALETTE, woraufhin in Zusammenarbeit mit Achim Sauter ein offenes, oft unvorhersehbares, bereicherndes, vielschichtiges und ungemein dynamisches Kunstprojekt entstanden ist, das bis in den November anhielt. Wir alle ließen uns auf diesen Prozess ein und fanden Gefallen an den immer wieder überraschenden Momenten.

Moment 1: Ideenfindung und Bestandsaufnahme
Zuerst haben wir uns die Fragen gestellt, was auf dem Schulhof alles sein könnte und was schon da ist, was uns gefällt und was nicht und was denn davon Kunst sein könnte. Im Anschluss entstanden erste Skizzen und Entwürfe. Zur weiteren Ideenfindung wurden Beispiele aus Kunst und Design vorgestellt.

Moment 2: Sammeln
Um für das Material, dessen nachhaltige Nutzung und den künstlerischen Prozess zu sensibilisieren, sollten die Schülerinnen und Schüler zu Hause oder auf der Straße Holzreste und Sperrmüll sammeln. Diese Fundstücke wurden im Klassenzimmer aufbewahrt und dienten als Ausgangsmaterial für unser Kunstprojekt.

Moment 3: Modelle
Nach den jeweiligen Skizzen und Entwürfen wurden Modelle aus Holz gebaut und diese in ein Modell des Schulgeländes integriert.

Moment 4: Das Freie

Um sich von der zu angewandten und handwerklichen Ausrichtung zu lösen und die Köpfe und Augen frei zu machen, fanden verschiedene gemeinsame Übungen statt. Dadurch sollten freiere und vom „Produkt“ losgelöste Formgebungen entstehen.

Moment 5: Das Angesprühte
Von Anfang an bestand der Wunsch zu sprühen. Also wurde dies zu einem bedeutenden Bestandteil der künstlerischen Gestaltung der Holzfundstücke. Bei strahlendem Sonnenschein und ein weiteres Mal bei herbstlich-trüben Temperaturen wurde das Holz mit freien Formen besprüht. Neben der deutlichen Veränderung des Äußeren wurde dadurch (hoffentlich) auch die Haltbarkeit etwas verlängert.

Moment 6: Bauen
Letztlich galt es noch zu überlegen, was denn nun aus den besprühten Holzfundstücken werden soll... Dazu haben wir uns noch mal die Skizzen zur Hilfe genommen. Nach anstrengendem sägen, bohren und schrauben entstanden eine Bankgruppe sowie mehrere freie Materialobjekte. (Offensichtlich schienen alle mit der gemeinsamen künstlerischen Arbeit zufrieden zu sein.)

Moment 7: Titel
Was nun noch fehlte, war ein Titel für das gemeinsame Kunstprojekt. Alle riefen sich noch mal den Prozess in Erinnerung und hielten ihre Vorschläge fest. Nach einer dann doch mehrstufigen Wahl stand der Titel fest:
„beautiful art at our beautiful school: Die angesprühte Kunst“

In allen Momenten des prozesshaften Kunstprojekts waren die Schülerinnen und Schüler unmittelbar beteiligt, könnten sämtliche Ideen und Arbeitsschritte mitbestimmen und so die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Realisierung miterleben. Während des „Tuns“ entstanden meist die besten Ideen.  So haben sie auch vielfältige künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten erfahren und angewendet. Obwohl das Ergebnis letztendlich nicht so wichtig schien, waren alle ungemein stolz auf die entstandenen Holzobjekte.